Media-Saturn startet Beacon-Testlauf in Österreich.

von Matthias Hell am 06.Februar 2015 in Topnews

In den Ende 2014 eröffneten Multichannel-Pilotmärkten von Media Markt und Saturn in Ingolstadt erprobt Europas größter Elektronik-Retailer bereits eine Reihe von digitalen Innovationen am POS. Beacon-Lösungen blieben dabei allerdings bislang außen vor. Doch auf der Loca Conference in München berichtete Media-Saturns Digitalchef Martin Wild gestern nun, dass das Unternehmen in Österreich ein Beacon-Pilotprojekt gestartet hat, das im Frühjahr 2015 ausgeweitet werden soll.

Bei dem Pilotprojekt handelt es sich um eine geschlossene Testanlage in einem österreichischen Media-Saturn-Elektronikmarkt. Dabei kann sich der Kunde mit dem Smartphone zielgenau zum gewünschten Produkt navigieren lassen und Datenblätter mit zusätzlichen Produktinfos abrufen. Media-Saturn erfasst über die Beacon-Technologie nicht nur den Besuch eines Kunden im Geschäft, sondern auch sein Verhalten bei der Nutzung der angebotenen Informationen sowie die Frage, ob das gewünschte Produkt auch tatsächlich gekauft wurde. Kam es nicht zum Kaufabschluss, ist eine zusätzliche Incentivierung des betreffenden Artikels möglich.

Media-Saturn-CDO Martin Wild bei seiner Keynote auf der Loca-Konferenz in München

Media-Saturn-CDO Martin Wild bei seiner Keynote auf der Loca Conference in München

Media-Saturn will mit dem Beacon-Einsatz einerseits Kunden zusätzliche Informationen bieten, andererseits aber auch Daten über das Einkaufs- und Nutzungsverhalten der Konsumenten sammeln. Das Beacon-Projekt steht damit im Einklang mit dem geplanten Aufbau einer Kundendatenbank, den Konzernchef Pieter Haas kürzlich in einem Interview ankündigte: Media-Saturn-Kunden könnten dort all ihre Produkte hinterlegen, um benachrichtigt zu werden, wenn es Geräte-Updates gibt oder Reparaturen fällig werden. „Wir könnten sie auch beim Smart Home begleiten, damit sie all die Geräte vernetzen können“, so Haas.

„Händler dürfen die Kunden nicht überfluten“

Wie Martin Wild in seiner Keynote auf der Loca Conference erklärte, will das Unternehmen den Einsatz von Beacons und anderen neuen Mobile-Technologien bewusst vorsichtig angehen: „Der Handel steht hier in der Verantwortung. Die Kunden haben die Möglichkeit einfach auszusteigen und werden diese nutzen, wenn sie mit unnützen Informationen überflutet werden“. Wild nannte QR-Codes als Beispiel dafür, wie Händler mit überhäufiger Nutzung und geringem Informationswert es bereits zu einem großen Teil geschafft hätten, eine neue Technologie bei den Kunden zu diskreditieren.

Beim Beacon-Testlauf in Österreich setzt Media-Saturn auf eine möglichst große Transparenz. Kunden müssen mit einer Unterschrift auf Mitarbeiter-Tablets ihre Teilnahme erklären und dieses Opt-in in einer darauffolgenden Willkommens-Email bestätigen. Voraussetzung für die Nutzung der Beacon-Technologie ist die Installation der jeweiligen Mobile-App. Das bereits laufende Pilotprojekt soll im Frühjahr 2015 auf weitere Nutzergruppen und Märkte ausgedehnt werden.

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