Deutsche Verbraucher nutzen Ladenkasse als Bargeldquelle.

von Stephan Lamprecht am 22.Mai 2019 in Highlight, News

Cash Back am POS wird gern und häufig genutzt. (Foto: Glory)

Eine repräsentative Studie des Marktforschungsunternehmens Kantar zeigt, dass die Verbraucher gern Bargeld an der Kasse eines Händlers abheben. Diese Möglichkeit nimmt sogar Einfluss auf die Wahl des Geschäfts.

Es gilt ja inzwischen als schick, in Artikeln und Statements das Ende des Bargelds auszurufen. Rückständig sei das alles, die Zukunft liege eindeutig im kontaktlosen und mobilen Bezahlen. Lässt man das Agenda-Setting mal beiseite, finden sich zu dem Thema bargeldlose Gesellschaft auch kritische Stimmen. So kommt das Magazin „Fast Company“ angesichts aktueller Zahlen aus den USA zum Schluss, dass die bargeldlose Revolution bereits zu Ende sei, bevor sie so richtig in Tritt gekommen ist.

Die repräsentative Studie „Cash Back Nutzung in Deutschland“ des Marktforschungsunternehmens Kantar, die unter 1.051 deutschen Internetnutzern im Alter zwischen 16 und 64 Jahren durchgeführt wurde, wollte herausfinden, wie sich die Konsumenten mit Bargeld versorgen. Denn nach wie vor werden die meisten Käufe im deutschen Handel bar bezahlt. Auftraggeber für die Studie ist das Unternehmen Glory, das Lösungen für das Bargeldmanagement entwickelt.

An rund 50.000 Ladenkassen in etwa 20.000 Geschäften in Deutschland wird Cash Back angeboten. Vier von fünf (79 %) der im Januar 2019 befragten Verbraucher kennen diesen Service bereits und fast ein Viertel (24 %) nutzt die Möglichkeit des Bargeldbezugs am POS gelegentlich bis regelmäßig. Am häufigsten werden dabei Beträge bis 100 Euro abgehoben.

Die wichtigsten Fakten der Studie von Kantar im Überblick. (Quelle: Glory)

Cash Back wird nicht nur von der jüngeren Generation genutzt. Verbraucher bis 30 Jahre nutzen den Service zwar intensiver, doch auch Ältere greifen regelmäßig auf den Bargeldservice an der Kasse zurück. Immerhin 35 Prozent der 51- bis 64-Jährigen nutzen bei jedem vierten bis fünften Einkauf die Möglichkeit, Bargeld am POS zu beziehen. Jüngere heben dabei häufiger kleinere Summen ab, während ältere Nutzer Beträge bis 200 Euro bevorzugen.

Die Konsumenten, die Cash Back skeptisch gegenüber stehen, empfinden die Bargeldmitnahme an der Kasse nicht als anonym genug. Wäre die Privatsphäre besser geschützt, würde fast jeder Zweite (44 %) Cash Back häufiger nutzen.

Interessanterweise wählt über ein Viertel (27 %) seine Einkaufsstätte danach aus, ob Cash Back angeboten wird oder nicht. Die Tendenz scheint steigend, insbesondere auf dem Land, wo die Dichte an Geldautomaten geringer ist.

„Die Umfrageergebnisse zeigen deutlich das künftige Potenzial von Cash Back für den Handel auf“, fasst Thomas Rausch, Sales Director Germany von Glory, die Studie zusammen. „So ist davon auszugehen, dass Cash Back an Bedeutung gewinnen wird, wenn die Bankendichte weiter sinkt, der Service flächendeckender sowie besser erkennbar angeboten wird und wenn Händler Lösungen finden, den Bezug mit mehr Privatsphäre anzubieten, zum Beispiel durch SB-Systeme in der Kassenzone.“

Die Studie ist als Teil des Glory Cash Report 2019 online erhältlich.

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