Ende der Maskenpflicht, Fashionette braucht neuen CEO, Bike24 wächst um 25,6 Prozent.

von Florian Treiß am 01.April 2022 in News

Liebe Leserinnen & Leser,

„Wenn die Verpflichtung zum Tragen einer Maske im Einzelhandel aufgrund der neuen Rechtslage ausläuft, dann ist es schon sehr verwunderlich, wenn Gesundheitsminister Lauterbach kurz nach Verabschiedung der gesetzlichen Änderung an die Handelsunternehmen appelliert, mithilfe ihres Hausrechts weiterhin eine Maskenpflicht durchzusetzen“, sagt HDE-Geschäftsführer Stefan Genth in der „Rheinischen Post“. Ordentlich Stunk also um das Ende der Maskenpflicht im Handel, der nicht „in die Rolle eines Ersatz-Gesetzgebers gedrängt werden will“, so Genth weiter. Sprich: Eine Maskenpflicht per Hausrecht wird es in den meisten Läden nicht geben, sondern das Prinzip heißt dann Freiwilligkeit. „Aber wird das gut gehen?“, fragt die „Rheinische Post“ in ihrem lesenswerten Artikel.

Ein schönes Wochenende, Ihr Florian Treiß

Fashionette braucht neuen CEO, S. Oliver relauncht QS, neue Shapewear-Marke von Lizzo

Fashionette, ein Online-Händer für Handtaschen und andere Accessoires aus Düsseldorf, muss sich einen neuen CEO suchen: Der bisherige Chef Daniel Raab (im Foto) hat dem Aufsichtsrat mitgeteilt, dass er Ende September „aus persönlichen Gründen“ zurücktreten wird. Zugleich hat das Unternehmen auch seine Jahreszahlen vorgelegt: Im Geschäftsjahr 2021 wuchs der Umsatz um 41,2 Prozent auf 134 Millionen Euro. Dabei war das 4. Quartal ein besonders starker Wachstumstreiber mit einem Plus von 60 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Für das Jahr 2022 erwartet Fashionette eine Steigerung des Nettoumsatzes um 16 bis 21 Prozent.

Der Modekonzern S. Oliver erneuert seine Marke QS und fokussiert diese auf die Generation Z. Mit der Neuausrichtung soll „ein tragfähiges und wettbewerbsfähiges Markenkonstrukt“ aufgebaut werden, so das Unternehmen. Die Kollektion wird in „saisonalen Drops“ angeboten, wobei der Fokus mehr auf der Kommunikation dahinter und dem Wording beruht, wie Fashion United berichtet. Denn die Releases von QS by S.Oliver fanden bereits zuvor monatlich statt. Nun sollen diese mit Aktionen und Influencer*innen-Kooperationen mehr beworben werden.

Die schwergewichtige Sängerin Lizzo ist seit Jahren Teil der Body-Positivity-Bewegung und will sich für ihre Rundungen nicht kritisieren lassen. Damit sie selbst und andere Menschen, denen die üblichen Kleidungsgrößen nicht stehen, künftig passende Mode finden, gründet sie nun ihr eigenes Shapewear-Label namens Yitty. Dabei kooperiert sie mit Fabletics, einer 2013 in Kalifornien gegründeten Sportmarke. Die Kleidung von Yitty soll eine Größen-Bandbreite von XS bis 6XL umfassen. Der Recyling-Anteil der verwendeten Fasern soll bei 65 Prozent liegen. Zuvor hatte bereits die Sängerin Rihanna das Wäschelabel Savage X Fenty gegründet, das ebenfalls für Body Positivity und Diversität steht.

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Bike24 wächst um 25,6 Prozent, Büroversorger von Hellofresh ist insolvent, Knuspr-Mutterkonzern testet Roboter

Der Onlinehändler Bike24 aus Dresden hat sein erstes Jahr als börsennotiertes Unternehmen erfolgreich abgeschlossen. Der Umsatz der E-Commerce-Plattform rund ums Fahrrad stieg um 25,6 Prozent auf 250,2 Millionen Euro. Für dieses Jahr rechnet das Unternehmen mit einem weiteren Umsatzanstieg von 10 bis 17 Prozent. Mit den Mitteln aus dem Börsengang treibt Bike24 seine Expansionspläne weiter voran und erwartet in den nächsten fünf Jahren nahezu eine Verdreifachung des Geschäftsvolumens. Dabei liegt ein Fokus auf die europäische Expansion: Die vor kurzem gestarteten Online-Shops in Frankreich und Italien zeigen laut Bike24 eine gute Dynamik, außerdem soll das neue Logistikzentrum im Raum Barcelona im zweiten Halbjahr 2022 fertig werden.

Der Kochboxen-Versender Hellofresh gilt als einer der Stars im deutschen E-Commerce und macht Milliardenumsätze. Ein Projekt ist aber nun gescheidert: Die Tochtergesellschaft Hellofresh Go versprach „die Zukunft der Verpflegung am Arbeitsplatz“ und hatte als Kantinen-Alternative Kühlschränke mit Fertiggerichten und Snacks bei Firmen wie Flixbus, Zalando oder Bosch aufgestellt. Nun ist die Tochtergesellschaft insolvent. Die vorläufige Insolvenzverwalterin Stephanie Hotopp ist aber zuversichtlich, dass für das Unternehmen hinter dem Lunch-Kühlschrank eine Sanierungslösung gefunden wird. Aktuell sei der Betrieb stabilisiert und könne fortgeführt werden, zudem spreche sie mit mehreren Interessenten, die das Geschäft übernehmen würden, so Hotopp gegenüber Gründerszene.

Die Rohlik Group aus Tschechien, Muttergesellschaft des Lebensmittel-Lieferdienstes Knuspr, will die Automatisierung zur Abwicklung von Lebensmittelbestellungen weiter vorantreiben: Mit der vollautomatischen Abwicklungslösung Brightpick mit Lauf- und Kommissionierrobotern soll die Leistungsfähigkeit im Rohlik Fulfillment Center in Prag erhöht und damit das schnellste Betriebsmodell auf dem Markt erreicht werden. Das Test-Projekt wird voraussichtlich im Sommer 2022 starten. Rohlik-Gründer Tomáš Čupr sagt: „Die Automatisierung ist ein entscheidender Faktor für Wachstum und Effizienzsteigerung der Lieferketten. Sie ermöglicht eine noch schnellere und präzisere Auftragsabwicklung, wobei der Kunde letztendlich von unseren innovativen Ansätzen zur Verbesserung des Kundenservices profitiert.“

Interview mit Amazon-Boss, baoo partnert mit Gebit Solutions, Metaverse interessiert nur wenige

Der neue Amazon-Chef Andy Jassy ist auf dem Cover von „Time“ gelandet und schmückt die Titelgeschichte des US-Magazin über die 100 einflussreichsten Unternehmen der Welt. In einem Interview, das sie hier online lesen können, gibt er interessante Einblicke, wie sich Amazon von einem einfachen Online-Buchhändler zu einem Riesenkonzern gewandelt hat, der noch viel vor hat. „Denken Sie an unseren erdnahen Orbitalsatelliten Kuiper, der Hunderten von Millionen Menschen Konnektivität bietet, die keine Konnektivität haben und nicht am Internet teilnehmen können. Oder was wir mit Zoox mit autonom fahrendem Ride-Hailing machen. Es gibt einfach so viele Möglichkeiten.“

Die App baoo will dem stationären Handel mehr Sichtbarkeit auf den Smartphones der Verbraucher*innen geben und bietet das Überprüfen der Verfügbarkeit von Produkten in Filialen, eine Click-&-Collect-Bestellung oder eine Lieferung in wenigen Stunden an. Als Technologie-Partner ist jetzt auch Gebit Solutions dabei, dessen Retail Platform Unternehmen aus dem Einzelhandel ermöglicht,  sowohl Echtzeit-Warenbestände und Artikelpreise in der baoo-App zu kommunizieren als auch gezielt Kampagnen und Promotionen für ihre Laufkundschaft zu erstellen.

In den letzten Monaten ist ein regelrechter Hype ums Thema Metaverse entstanden und vor allem Modefirmen experimentieren seitdem mit Themen wie digitaler Kleidung und virtuellen Showrooms. Jedoch interessieren sich dafür bislang nur wenige Verbraucher*innen, wie der neue Trendmonitor Deutschland von Nordlight Research zeigt. Demnach kann sich nur knapp jeder fünfte Befragte (19 Prozent) mit hoher Wahrscheinlichkeit vorstellen, künftig ein Metaverse zu nutzen. Weitere 24 Prozent gehen allenfalls von einer mäßigen Wahrscheinlichkeit aus, während die Mehrheit (57 Prozent) die Wahrscheinlichkeit für gering hält.

Veranstaltungstipps

Immer freitags empfehlen wir Ihnen an dieser stelle spannende Veranstaltungen für Händlerinnen und Händler. Unsere aktuellen Tipps:

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