Handel im Wandel: Thomas Rausch von GLORY.

von Kay Ulrike Treiß am 27.November 2019 in Fragebögen, News

„Zuletzt geärgert habe ich mich beim Self-Checkout über die fehlende Möglichkeit, meinen Einkauf unter 10 Euro bar begleichen zu können“, sagt Thomas Rausch, der seit 2018 die gesamte Vertriebsorganisation für den Bargeldspezialisten GLORY in Deutschland verantwortet. Heute Abend um 19 Uhr wird Rausch beim 32. Mobilisten-Talk „Cash vs. Cashless“ im BASECAMP in Berlin mit führenden Payment-Experten über den Wettkampf zwischen Bargeld, Kartenzahlungen und Mobile Payment diskutieren. In unserem Fragebogen verrät Rausch: „Ich bevorzuge guten Service statt digitalen Schnickschnack.“

Location Insider: Wie würden Sie die momentane Situation des Handels in einem Satz beschreiben?

Thomas Rausch: Der stationäre Handel sollte sich auf seine Stärken besinnen, die regionale Nähe zum Kunden nutzen und die Digitalisierung für ein gesteigertes Kundenerlebnis und effizientere Prozesse nutzen.

Location Insider: Welcher Tag der vergangenen Woche war der Beste aus Händlerperspektive und warum?

Thomas Rausch: Für den Online-Handel hat mit dem Start in die „Black Week“ am Freitag der Höhepunkt des Weihnachtsgeschäfts begonnen. Der stationäre Handel springt inzwischen zwar teils erfolgreich auf die Schnäppchenjagd auf – kann seine Vorteile mit intensiver Beratung aber besser in der von Verbrauchern zunehmend geschätzten „ruhigen“ Einkaufszeit nach Weihnachten nutzen.

Location Insider: Worüber haben Sie sich zuletzt besonders beim Einkaufen gefreut?

Thomas Rausch: Das war just vergangenes Wochenende – durch kompetente und freundliche Beratung beim Kauf eines neuen Anzugs.

Location Insider: Und worüber haben Sie sich geärgert?

Thomas Rausch: Ob es nun an meiner Arbeit liegt oder nicht – ich bezahle gerne bar. Zuletzt geärgert habe ich mich daher beim Self-Checkout über die fehlende Möglichkeit, meinen Einkauf unter 10 Euro bar begleichen zu können.

Location Insider: Mit wem wollen Sie nie an der Kasse stehen, wenn Sie Unterwäsche kaufen? Oder kaufen Sie diese deshalb nur online?

Thomas Rausch: Mit meiner Frau, weil sie nach Optik statt nach Passform aussucht.

Location Insider: Tante Emma oder Supermarkt?

Thomas Rausch: Tante Emma, weil ich auch gerne kleine und regionale Händler stärke.

Location Insider: Welche Technologie (z.B. Chatbots, Sprachassistenten, Virtual Reality, Internet der Dinge) optimiert aus Ihrer Sicht das Einkaufserlebnis für Kunden?

Thomas Rausch: Ich bevorzuge guten Service statt digitalen Schnickschnack. Im stationären Handel schätze ich die Technologien, die Prozesse optimieren und neue Services bieten, zum Beispiel Order Online & Pickup In-Store oder auch Self-Scanning am Einkaufswagen mit anschließendem Checkout am Pay-Tower. Solche Anwendungen führen zu mehr Erlebnis und Effizienz – das liegt mir.

Location Insider: Verraten Sie uns Ihr Vorbild im Handel und warum der/die alles richtig macht?

Thomas Rausch: Vorbilder sind für mich die Händler, die in ihrer Denkweise nicht stagnieren, sondern sich immer wieder anpassen und den Kunden nicht aus den Blick verlieren. Bestes Beispiel hierfür ist für mich der Drogeriemarkt dm, denn dort wird die Digitalisierung unter anderem für bessere Kundenberatung genutzt.

Location Insider: Ist Ihr Job für Sie Beruf oder Berufung?

Thomas Rausch: Mein Job ist für mich Beruf, aber darin fühle ich mich immer wieder neu berufen – so viel Leidenschaft ist dann eben doch dabei.

Location Insider: Welche Schlagzeile wollen Sie auf keinen Fall über sich im „Handelsblatt“ lesen?

Thomas Rausch: Ich bin mir nicht sicher, ob ich überhaupt von mir im Handelsblatt lesen möchte. Unsere PR-Abteilung würde das gewiss anders sehen. Aber eines ist sicher: Als Experte für automatisierte Bargeldverarbeitung möchte ich niemals mit Falschgeld oder Betrug in Verbindung gebracht werden.

Location Insider: Nehmen wir an, Sie hätten einen Wunsch frei: Wie sähe der Handel in fünf Jahren aus, wenn Sie es sich aussuchen könnten?

Thomas Rausch: Es wäre schön, wenn es dem Handel gelänge, aus der Vision des Omnichannel Realität werden zu lassen. Dabei wünschte ich mir nicht nur eine nahtlose Verschmelzung der Kanäle, sondern echte Mehrwerte. Wenn ich noch zwei weitere Wünsche frei hätte, dann wären das neue Geschäfte in Innenstadtlage, nicht nur Flagship Stores – und nicht zuletzt, dass der stationäre und Online-Handel keinen Konkurrenzkampf mehr zu führen brauchen.

Location Insider: Vielen Dank für die spannenden Antworten und bis heute Abend beim Mobilisten-Talk!

Lesen Sie auch die vorherigen Fragebögen unserer Serie “Handel im Wandel“.

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