Marktplatz von H&M gestartet, Esprit mit schwarzen Zahlen, Edeka mit Weinprobeautomat.

von Florian Treiß am 15.März 2022 in News

Liebe Leserinnen & Leser,

wie mehrfach berichtet, lässt der Krieg in der Ukraine auch viele Händler in Deutschland nicht kalt. Und viele von ihnen lassen sich etwas einfallen, um zu helfen, so auch die Bäckerei Lukas aus Leipzig: Sie verkauft Pfannkuchen mit Friedenstauben-Motiv, 50 Cent pro verkauftem Pfannkuchen kommen der Leipziger Ukraine-Hilfe zugute. Sind Ihnen ebenfalls Ukraine-Aktionen von Händlern aufgefallen? Dann schicken Sie mir gern einen Hinweis an treiss@locationinsider.de. In den nächsten Tagen möchte ich hier bei Location Insider gern darüber berichten.

Herzliche Grüße, Ihr Florian Treiß

Steigende Preise durch Krieg, Marktplatz von H&M, Esprit mit schwarzen Zahlen

Auch wenn es für uns Menschen in Deutschland definitiv ein Luxusproblem ist und wir nicht vor dem russischen Angriff fliehen müssen, so werden wir hierzulande doch immer mehr die indirekten Folgen des Ukraine-Krieges bemerken. So will die Fleischindustrie in Deutschland wegen gestiegener Kosten für Energie, Rohstoffe und Logistik höhere Preise durchsetzen. Der Produzent Westfleisch etwa verlangt seit Montag einen „Energiezuschlag“ auf Schweinefleisch in Höhe von 5,8 Cent und für Rindfleisch von 6,9 Cent je Kilogramm, berichtet die „FAZ“. Auch die Preise für Weizen und Mais, bei denen die Ukraine zu den größten Produzenten zählt, stehen unter Druck. Der Krieg dürfte daher Brot und Brötchen teurer machen, zudem geben manche Händler schon jetzt Speiseöl nur noch rationiert heraus.

Der schwedische Moderiese H&M hat den Testlauf seines neuen Online-Marktplatzes H&M with Friends auf Deutschland ausgeweitet. „Sowohl Schweden als auch Deutschland haben eine lange Tradition des Katalogshoppings, und in Schweden haben wir bereits 1998 mit unserem Onlineshop gestartet, in Deutschland gibt es den Onlineshop nun seit 15 Jahren. Aus diesem Grund beginnen wir den Test mit diesen beiden Märkten und werden Schritt für Schritt weitere Onlinemärkte hinzufügen“, so eine H&M-Sprecherin gegenüber FashionUnited. Zu den Marken, die bereits angeboten werden, gehören Lee, Wrangler, Fila, Houdini, Ecoalf, Buffalo und Kangol sowie die zu H&M gehörenden Marken & Other Stories, Arket, Weekday und Monki.

Der Modekonzern Esprit hat im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals seit 2017 wieder schwarze Zahlen geschrieben. Eine vorläufige Analyse der noch ungeprüften Resultate habe ergeben, dass Esprit im Jahr 2021 einen auf die Anteilseigner entfallenden Nettogewinn in Höhe von etwa 370 Millionen Hongkong-Dollar (43 Millionen Euro) erzielen konnte, gab das Unternehmen gestern bekannt. Kurz nach Beginn der Corona-Pandemie vor zwei Jahren waren deutsche Tochtergesellschaften von Esprit in ein Schutzschirmverfahren gegangen, 1.100 Arbeitsplätze wurden damals gestrichen.

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Otto Group goes Digital Health, Vytal bekommt 10 Millionen, Frontastic-Gründer im Podcast

 

Die Otto Group übernimmt die Mehrheit an der Schweizer Medgate Holding, einem Anbieter digitaler Gesundheitsservices wie etwa telemedizinischer Beratung per App, Telefon, Video und Chat, der auch in Deutschland aktiv ist. Gleichzeitig übernimmt die Medgate Holding die BetterDoc GmbH, ein im DACH-Raum aktiver Datenanalyse-Service, der Patient*innen hilft, die für ihre Erkrankung passenden Ärzt*innen und Kliniken zu identifizieren. Für die Otto Group ist das ein spannender Schritt, denn der Handelskonzern erweitert seine digitalen Services so gezielt in Richtung Digital Health.

Das Kölner Startup Vytal, das 2019 von Tim Breker und Sven Witthöft gegründet wurde, hat ein digitales und pfandfreies Mehrwegsystem für Take-away- und Delivery-Dienste entwickelt. Diese nachhaltige Idee kommt auch bei Investoren gut an: Die IP Group aus London, Rubio Impact Ventures aus Amsterdam, Grazia Equity aus Stuttgart und mehrere bekannte Angel-Investoren – darunter die Flixbus-Gründer, Foodora-Gründer Emanuel Pallua und Tier-Macher Lawrence Leuschner – investieren laut Deutsche-Startups rund 10 Millionen Dollar in Vytal.

Als der Shoptech-Anbieter commercetools vergangenen November den Frontend-Spezialisten Frontastic übernahm, sorgte das für Verwunderung in der Shoptech-Welt. Denn zuvor hatte sich commercetools als Backend-Anbieter positioniert, also als Spezialist für den für Kund*innen nicht sichtbaren Teil eines Webshops. Nun spricht Thomas Gottheil, Co-Gründer und Chef von Frontastic, im ShopTechTalks-Podcast darüber, wie es zu der Akquisition kam und warum Frontastic und commercetools gut zusammenpassen. Im Gespräch zeichnet er die einzelnen Stationen seines Startups nach, von der Gründung über die ersten Finanzierungsrunden bis hin zur Mitgliedschaft in der commercetools-Familie.

Rossmann nutzt Flip, Kühlschranktüren mit Displays, Edeka mit Weinprobeautomat

Vor kurzem hat das Stuttgarter Startup Flip, das Apps für Mitarbeiter*innen von Unternehmen anbietet, 30 Millionen Dollar von Investoren erhalten. Dabei zählt Flip auch viele Firmen in Handel und Logistik zu seinen Kunden, darunter auch Rossmann: „Mit der App-Lösung von Flip haben wir ein Tool gefunden, das unsere mehr als 2.200 Filialen deutschlandweit miteinander verbindet. Ab sofort gibt es einen schnellen und intuitiven Kommunikationskanal für alle Verkaufsstellen, der es uns ermöglicht, standortunabhängig miteinander in Kontakt zu treten“, erzählt Rossmann-Geschäftsführer Michael Rybak in einer Pressemitteilung, die wir von Flip erhalten haben.

In den USA haben Händler wie Walgreens in manchen Filialen die Kühlschranktüren mit Displays des Startups Cooler Screens ersetzt. Auf dem Bildschirm ist zu sehen, welche Produkte sich hinter der Tür befinden. Außerdem kann Werbung angezeigt werden. Doch das ist umstritten: „Die digitale Kühlschrank-Screen bei Walgreens hat mich gezwungen, erst Werbung anzuschauen, bevor ich erfahren durfte, hinter welcher Tür die Tiefkühlpizzen sind“, schreibt etwa ein User auf Twitter, wie Futurezone berichtet. Für Händler spannend: Die Türen sind mit Bewegungssensoren und Kameras ausgestattet, um Kund*innen anonym zu tracken. Außerdem prüft eine nach Innen gerichtete Kamera, ob Produkte nachgefüllt werden müssen.

Und auch das noch: Dass Automaten nicht nur zum direkten Verkauf eingesetzt werden können, sondern auch für Produktverkostungen in Supermärkten, darüber amüsiert sich gerade halb Twitter. Ein Nutzer alias Tom Kraftwerk schreibt dort: „Der neue Edeka bei uns in Schöneberg hat einfach einen kostenlosen Weinprobeautomaten!? Leute, the future is now.“ Darunter reihen sich diverse Kommentare von Scherzbolden, die über vermeintlich torkelnde Kund*innen schwadronieren – und das Clickbait-Medium DerWesten hat’s auch schon aufgegriffen. Ganz neu ist das Thema aber nicht, so betreibt z.B. Edeka Schmidt in mehreren Filialen im Schwarzwald auch Weinprobeautomaten, und zwar für Mitglieder des hauseigenen Weinclubs.

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