Startup-Tools, mit denen Händler Amazon Paroli bieten.

von Andre Schreiber am 23.Juli 2018 in News

Die Kameras von Trigo Vision erkennen die Ware, die die Kunden aus dem Regal nehmen. So kann jeder Laden zu einem „Amazon Go“ werden.

Es muss sich etwas ändern. In den Innenstädten und im stationären Handel. Zwischen Politik, Medien und Branchenverbänden herrscht hier Einigkeit. Das Erlebnis im Laden muss angenehm sein und klassische Ärgernisse wie die Schlangen an der Kasse sind zu vermeiden. Daran arbeiten weltweit die Branchenriesen. Und findige Startups bringen Lösungen auf den Markt, die sich deutlich mehr kleineren Budgets zuwenden.

Der Report „Global Powers of Retailing 2018“ von Deloitte schreibt den Händlern klar ins Stammbuch, dass sich die Branche unter Nutzung neuer digitaler Technologie neu erfinden müsse, um dem von E-Commerce geprägten Kundenverhalten zu entsprechen. Leider haben nur wenige große Unternehmen eine eigene Forschungsabteilung, die innovative Techniken entwickeln kann.

Inzwischen können Händler aber auch auf fertige Lösungen zurückgreifen, um den Kunden zu überraschen und den Einkauf angenehmer zu machen. Sinnvoll ist der Einsatz aber nur dann, wenn die Technik auch in eine passende Strategie eingebettet ist und dem Kunden echten Nutzen bietet. Denn der Überraschungs- und Aha-Effekt nutzt sich doch recht schnell ab.

Trigo Vision – Amazon Go als Budgetlösung

Mit der Technologie des Startups aus Israel kann jeder Laden das Konzept von Amazon Go anbieten. Die Kunden entnehmen die gewünschte Ware einfach dem Regal und müssen die Produkte nicht erst wieder auf ein Laufband packen oder selbst scannen. Möglich wird dies durch Kameras und eine ausgefeilte Technologie dahinter. Die Installation kann aber noch mehr. Sie überwacht den Warenbestand und hebt damit die Effizienz bei Bestellungen und Lagerhaltung. Und sie liefert auch Datenmaterial zum Kundenverhalten. Das Unternehmen betont, dass die Erkennung der Kunden konform zur DSGVO arbeitet.

Per Tap & Go mit Jisp einkaufen

Drei- bis viermal schneller gegenüber anderen Lösungen soll der Selfcheckout der Kunden mit dem System von Jisp sein. Die Technologie des britischen Startups basiert auf NFC und besonderen Etiketten auf der Ware. Diese bringen Informationen zum Produkt auf das Smartphone des Kunden. Will er den Artikel haben, wählt er es auf dem Gerät aus und steckt es in den Einkaufswagen. An der Kasse wird dann lediglich kurz die ermittelte Summe beglichen. Das kann dann auch mit Rabatten und Coupons (auch noch nach dem Kauf) kombiniert werden. Die Lösung hatten wir schon einmal etwas ausführlicher vorgestellt.

Mit Preoday per App (vor-) bestellen

Das ebenfalls aus Großbritannien stammende Unternehmen Preoday bietet mit seiner App die Grundlage für (Vor-) Bestellungen der Kunden. Der Ansatz kann dann um Paymentmodule erweitert werden.

Primär eignet sich der Ansatz von Preoday für die Gastronomie. Der Kunde verliert keine Zeit in der Schlange im Laden, sondern kann sich seinen frisch zubereiteten Kaffee oder Imbiss sofort abholen.


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