Update zum Coronavirus und dem Handel (Teil 9).

von Stephan Lamprecht am 27.März 2020 in News

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

eine weitere Woche im Zeichen der Pandemie neigt sich bereits ihrem Ende entgegen. Vielleicht wird diese Krise zur neuen Normalität, zumindest so lange, bis die Medizin Medikamente und einen Impfstoff entwickelt haben wird. Das Coronavirus wird uns also sicherlich weiter intensiv beschäftigen, auch wenn wir versuchen wollen, ab kommender Woche auch wieder andere Themen aufzugreifen.

Unsere News des Tages:

Christoph Werner, Chef der Drogeriekette dm, berichtet in einem Interview von persönlichen Anfeindungen wegen der Einführung von Höchstabgabemengen und den  Herausforderungen, denen sich die Mitarbeiter in den Filialen täglich stellen müssen. Außerdem kann er das Lesepublikum beruhigen. Es ist genügend Toilettenpapier für alle da. Er fordert von der Politik einheitliche Vorgaben zur Eindämmung der Pandemie, weil die Umsetzung für einen bundesweit tätigen Händler sonst unnötig erschwert wird.

Die Schließung von Restaurants und Cafés zwingt die Inhaber dazu, Abhol- und Lieferangebote zu schaffen. Das merkt auch die Plattform Lieferando. Wie das Unternehmen mitteilte, haben sich in der vergangenen Wochen 2.500 Gastronomen erstmals registriert. Neu ist dabei die Möglichkeit, auch nur einen Abholservice anzubieten. In diesem Fall senkt das Unternehmen seine Kommissionsrate auf 0 Prozent.

Supermarkt@home” lautet das Motto des heutigen Tages beim Verkaufssender 1-2-3.tv. Einen ganzen Tag lang werden Produkte aus dem klassischen Supermarkt-Sortiment angeboten: von Lebensmitteln über Feinkost, Confiserie bis hin zu Pflege- oder Hygieneprodukte.

Lidl hat ein einheitliches und umfassendes Hygiene- und Schutzmaßnahmenkonzept für alle Filialen beschlossen. Dazu gehören Plexiglasschutz an allen Kassen, Bodenaufkleber zu Hygiene- und Abstandsregelungen, Kundenbetreuer an jedem Filialeingang sowie desinfizierte Einkaufswagengriffe. Die Kundenbetreuer in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und im Saarland regeln auch den Zutritt zur Filiale.

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Schließungen und Einschränkungen

Die Verschiebung der Hannover Messe von April auf Juli war doch etwas voreilig. Die Deutsche Messe AG hat die Veranstaltung jetzt endgültig abgesagt. Die nächste Hannover Messe findet somit erst 2021 statt. Bis es an der Zeit ist, soll eine digitale Plattform die Information und das Netzwerken übernehmen.

Deichmann hat sich in einen Brief an die Vermieter seiner Filialen gewandt. Man sehe sich „leider gezwungen, die Miet- und Nebenkostenzahlung vorübergehend ab dem Monat April” auszusetzen. Auch Adidas will für die geschlossenen Shops ab April keine Miete mehr zahlen.

Initiativen in Handel, Industrie und Gastronomie

Textilhersteller Apelt, sonst eher für Vorhänge, Kissenbezüge und Deko bekannt, will sich jetzt der Produktion von Masken und Schutzkleidung widmen. Gegen solche Initiativen, wie sie ja auch Trigema gestartet hat, erhebt die Spezialfirma Dach aus Rastatt schwere Vorwürfe, kann aber selbst erst ab Mai Kapazitäten aufbauen, um den verstärkten Bedarf zu befriedigen. Im Kern geht es darum, dass die von den Textilherstellern schnell produzierten Masken den medizinischen Anforderungen, wie sie auf Intensivstationen und Operationssälen gelten, nicht genügen können.

Douglas will mit einer neu gegründeten Task-Force neue Partner schneller auf seinem Marktplatz aufschalten. Deutlich mehr Händler und Markenshops sollen so über die Plattform ihre Produkte an die Kunden bringen können, um die Verluste aus Ladenschließungen abzufedern.

BETAFASHION hat eine Strategie für den Modehandel vorgestellt, die sich mit der Zeit nach den Schließungen von Geschäften beschäftigt. „Covid19-Drop” versteht sich als möglicher Fahrplan, der von jedem Unternehmen nach eigenen Bedürfnissen abgeändert und umgestaltet werden kann. Eine schöne Initiative, die zeigt, dass Unternehmen nicht den Kopf in den Sand stecken.

Ebay wird den gewerblichen Händlern im DACH-Raum einen Zahlungsaufschub für die nächste Rechnung gewähren. Die Händler sollen die Verkaufsgebühren um 30 Tage aufschieben können, was sie in der aktuellen Situation entlasten soll.

We Want Shoes aus Berlin hat ein Soforthilfe-Programm für Mode-, Schuh- und Accessoires-Marken gestartet. Diese können bis zum Ende der kommenden Saison ihre Lagerware kostenlos auf den Online-Messen We Want Shoes und The Brand Show.TV präsentieren.

Hermes bietet einen kontaktlose Abholung aus Paketshops an. Der Sendungserhalt wird nun anhand des Personalausweises dokumentiert. Diesen lässt sich der Paketshopbetreiber zeigen, ohne ihn zu berühren. Die Ausweisnummer wird in den Scanner eingegeben, was die Kundenunterschrift ersetzt.

Die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) plant für besonders von dem Coronavirus betroffenen Unternehmen finanzielle Erleichterungen. Die konkreten Umsetzungen will der BGHW-Vorstand Anfang April beschließen. Im Kern geht es um die Aussetzungen von Vollstreckungen ausgesetzt sowie die Stundung von Beiträgen.

Der italienische Luxushersteller Gucci spendet 2 Mio Euro an Gesundheitsbehörden für Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Außerdem hat das Unternehmen seine Community zu weiteren Spenden aufgerufen, damit schneller Medikamente und Impfstoffe entwickelt werden können. Guccis Mutterkonzern Kering hatten bereits 3 Mio Euro gespendet.

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