Atalanda startet drei weitere lokale Marktplätze.

von Matthias Hell am 25.Juni 2015 in News, Trends & Analysen

Der „Wuppertal-Effekt“ zeigt Wirkung: Mit Attendorn, Göppingen und Wolfenbüttel startet der Marktplatzbetreiber Atalanda nun in drei weiteren Städten. Ähnlich wie in Wuppertal gehen auch die neuen Marktplätze auf lokale Initiativen zurück. Atalanda scheint sich damit endgültig vom ursprünglichen, auf die Metropolen zielenden Modell verabschiedet zu haben.

Atalanda-Chef Roman Heimbold bei einer Infoveranstaltung für das „Attendorner Webkaufhaus“ (Quelle: Attendorn.de)

Atalanda-Chef Roman Heimbold bei einer Infoveranstaltung für das „Attendorner Webkaufhaus“ (Quelle: Attendorn.de)

Im Gespräch mit Location Insider hatte Atalanda-Geschäftsführer Roman Heimbold bereits Anfang des Jahres berichtet, dass die Zusammenarbeit mit der lokalen Handelsinitiative Online City Wuppertal nicht nur den Blickwinkel des Marktplatzbetreibers verändert habe, sondern auch zu weiteren Anfragen sogenannter Mittelzentren führte. Nun startet Atalanda den Rollout in diese Städte. Die ersten Teilnehmer sind dabei Attendorn („Das Attendorner Webkaufhaus kommt“), Göppingen („Online City Göppingen“) und Wolfenbüttel („Ein digitaler Mantel für den lokalen Handel“).

„Wir haben in allen drei Städten eine sehr engagierte Händlerschaft, äußerst motivierte Projektleiterinnen und eine breite Unterstützung durch Kooperationen vor Ort vorgefunden. Das sind die Voraussetzungen, um an die Erfolge in Wuppertal anknüpfen zu können“, erklärt Roman Heimbold, Geschäftsführer von Atalanda.

In Zukunft sollen die Einwohner von Attendorn, Göppingen und Wolfenbüttel auf dem Atalanda-Marktplatz bei ihren lokalen Händlern einkaufen können. Die Lieferung erfolgt noch am selben Tag durch das Netzwerk des Marktplatzbetreibers – Same Day Delivery also. Atalanda bringt außerdem ein dauerhaftes Coaching-Konzept mit, um die Händler auf dem Weg in den lokalen E-Commerce zu begleiten. In allen drei Städten haben die Auftaktveranstaltungen bereits stattgefunden. Der Launch des Online-Marktplatzes ist jeweils für den Herbst 2015 vorgesehen.

Reduzierte Erwartungshaltung

Ursprünglich war Atalanda in Salzburg und Hamburg angetreten und vertrat den Anspruch, sukzessive die wichtigen Metropolen der Republik zu erschließen. Mit dem Engagement erst in Wuppertal und nun in Attendorn, Göppingen und Wolfenbüttel hat sich das Startup von dieser Strategie verabschiedet und setzt stattdessen auf einen auf Impulse “von unten” gerichteten Ansatz und auf Städte deutlich kleinerer Größenordnung.

Für Atalanda, das Anfang Februar eine Crowdinvesting-Kampagne auf Seedmatch erfolgreich abschloss, macht die Neuausrichtung durchaus Sinn. Zwar wachsen in den Mittelzentren die Bäume nicht in den Himmel, wie erste Zahlen zur Entwicklung von Online City Wuppertal zeigen. Doch lässt sich in den Städten eine gute lokale Dynamik erzeugen, die sowohl Händler wie auch Konsumenten erfasst.

Insgesamt führt die reduzierte Erwartungshaltung von Atalanda aber zu der Frage, inwiefern diese für das gesamte lokale Marktplatzgeschäft symptomatisch ist: Anbieter wie Simply-Local und Locafox haben zwar weiterhin den Anspruch, den Einkauf vor Ort bundesweit mit einer App bzw. Webseite abzubilden. Doch ist die Umsetzung aufwändig und teuer und droht sich das Zeitfenster für den lokalen Handel zu schließen.


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