Die Zukunft des Bargelds.

von Florian Treiß am 08.Oktober 2019 in Highlight, News, Payment, Trends & Analysen

Auch wenn Kartenzahlungen und Mobile Payment auf dem Vormarsch sind: Die Deutschen lieben weiter ihr Bargeld. Nur 12,9 Prozent plädieren für eine vollständige Abschaffung des Bargelds und immerhin 48,9 Prozent zahlen im Laden am liebsten in bar, so eine repräsentative Umfrage unter 1.022 Deutschen von Splendid Research. Das Bargeld hat also Zukunft – und doch dürfte der Umgang mit Bargeld sich wandeln. Eine Leseprobe aus unserem aktuellen Whitepaper rund um Cash Management.

So würde es laut derselben Studie die Mehrheit der Deutschen freuen, wenn wir künftig auf 1- und 2-Cent-Münzen verzichten würden. Denn das kleine Kupfergeld macht das Portemonnaie einfach zu schwer und eine Rundung auf 5-Cent-Beträge, wie in anderen Ländern bereits üblich, würden 63 Prozent begrüßen.

Dennoch kann sich kaum jemand den vollständigen Verzicht auf Bargeld vorstellen. Und dafür gibt es viele Gründe:

  • Bargeld bedeutet Freiheit. Es „gewährleistet Datenschutz und kann Bürgerrechte im Falle eines möglichen Machtmissbrauchs der Regierung stärken. Man kann daher in der Abschaffung von Bargeld auch den Versuch sehen, die Bürger mehr zu kontrollieren. Dies würde das Vertrauen in staatliche Stellen untergraben“, so eine Studie von DB Research, dem Forschungsbereich der Deutschen Bank.
  • Mit Bargeld haben viele Verbraucher einen besseren Blick dafür, wieviel Geld sie aktuell noch zur Verfügung haben, als wenn das Geld nur als virtueller Betrag auf dem Konto liegt und per Karte oder Handy ausgegeben wird. Und gerade auch für Kinder ist der Umgang mit Bargeld hilfreich, das Zahlungssystem überhaupt zu verstehen.
  • Es braucht keine technischen Voraussetzungen oder gar den Besitz eines Smartphones. Eine rein bargeldlose Gesellschaft würde nach aktuellem Stand viele Menschen von der Teilhabe am wirtschaftlichen Leben ausschließen. Kinder, Jugendliche, Ältere, die sich modernen Techniken nur zögernd nähern und sozial Schwächere. Selbst in einem Staat wie den USA, zu dessen DNA der Glaube an Fortschritt gehört, werden Händler in manchen Städten bereits verpflichtet, weiterhin Bargeld zu akzeptieren.
  • Laut einer Bundesbank-Studie ist die Barzahlung an der Ladenkasse mit durchschnittlich 22 Sekunden ziemlich schnell. Bei der Kartenzahlung mit PIN-Eingabe sind es rund 29 Sekunden, mit Kartenzahlung und Unterschrift sogar rund 38 Sekunden. Nur kontaktlose Zahlungen ohne PIN-Eingabe können schneller sein.
  • Bargeld ist für Privatpersonen ein einfaches, aber effektives Mittel, um Erspartes vor Turbulenzen im Finanzsystem oder vor Negativzinsen zu bewahren.
  • Auch im Falle von Netzausfällen oder eines Cyberangriffs kann man Bargeld nutzen, was bei Kartenzahlungen und Mobile Payment zweifelhaft wäre: „Ehrlich gesagt halte ich Bargeld weiterhin für notwendig. Ein Volk und seine Regierung sollten ein Interesse daran haben, dass es eine bestimmte Menge Bargeld gibt, um die Wirtschaft im Falle eines digitalen Zusammenbruchs weiter am Laufen zu halten“, sagt Matthias Kröner, Gründer der rein digitalen Fidorbank.
  • Eine Abschaffung von Bargeld würde organisierte Kriminalität nicht beseitigen. Schon heute können illegale Einnahmen z.B. über Cyberwährungen wie Bitcoin transferiert werden.

Doch zugleich wird es für Verbraucher gerade im ländlichen Raum immer schwieriger, sich regelmäßig mit Bargeld zu versorgen, denn Banken ziehen sich aus der Fläche zurück. So schrumpfte die Zahl der privaten Bankfilialen allein zwischen 2004 und 2017 von 14.989 auf 9.004: ein Rückgang von fast 6.000 Filialen. Auch bei den Geldautomaten ist der Höhepunkt längst überschritten und die Zahl sinkt seit 2015 wieder.

Handel als Bargeldversorger

An dieser Stelle kommt der Einzelhandel ins Spiel: Er wird zunehmend zum Bargeldversorger seiner Kunden. Mittlerweile bieten die meisten Supermärkte und Discounter in Deutschland einen sogenannten Cash-Back-Service an: Dabei können Kunden in der Regel ab einem Mindesteinkaufswert von 10 oder 20 Euro einen Betrag von bis zu 200 Euro an der Ladenkasse abheben, wenn sie mit der Girocard zahlen, und müssen nicht erst einen Geldautomaten suchen. Das für Cash Back benötigte Bargeld kommt dabei direkt aus der Geldkasse der Filiale und wird per Lastschrift vom Kundenkonto abgebucht. Es gibt aber auch Modelle, die „echte“ Banktransaktionen im Handel anbieten – wie an einem Geldautomaten. So kooperiert beispielsweise die Postbank mit der Tankstellenkette Shell. Der Kunde muss dort nichts kaufen, sondern kann an der Tankstelle ganz einfach Geld von seinem Konto abheben.

Solche Bargeld-Services im Handel haben dabei nicht nur für Verbraucher den Vorteil, sich einen zusätzlichen Weg zu sparen: Das schätzen 63 Prozent der Befragten laut der Kantar-Studie „Cash Back Nutzung in Deutschland 2019“. 27 Prozent der Verbraucher wählen ihre Einkaufsstätte sogar schon danach aus, ob dort Cash Back angeboten wird oder nicht.

Auch die Händler selbst profitieren davon: Sie können überschüssiges Bargeld an den Kunden auszahlen, sparen beim Werttransportunternehmen und differenzieren sich durch neue Services vom Wettbewerb. Zudem haben sie die Möglichkeit, mit der Bank über Provisionen pro Transaktionen zu verhandeln. Damit können zusätzliche Einnahmen erzielt werden, die den Business Case noch interessanter machen. Banken wiederum müssen nicht weiter in eigene SB-Geräte investieren oder Filialen vorhalten und sind dennoch in der Fläche präsent.

Um solche Servicemodelle verbraucherfreundlich, kosteneffizient sowie sicher umzusetzen und weiterzuentwickeln, gilt es, Bargeldprozesse mithilfe moderner Technologien weiter zu optimieren. Hier kommen Lösungen fürs Cash Management wie von GLORY ins Spiel: Dessen Bargeldrecyclingsysteme können direkt an den Kassen der Händler eingesetzt werden. Sie schützen Bargeldbestände vor unbefugtem Zugriff und steigern gleichzeitig die Produktivität der Mitarbeiter sowie das Einkaufserlebnis der Kunden. Der entscheidende Vorteil für Händler entsteht dann, wenn eingezahlte Münzen und Scheine nicht am Ende des Tages gegen Gebühren abtransportiert, sondern wiederverwendet werden: entweder indem sie als Wechselgeld in den Bargeldkreislauf zurückgehen oder für Bargeldservices wie Cash Back genutzt werden. Durch dieses „Cash Recycling“ können Händler ihre Bargeldbestände und damit die Kosten drastisch reduzieren.

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Lesetipp

Dieser Beitrag erschien zuerst im Whitepaper „Bargeld hat Zukunft – wie Händler von Cash Management profitieren“, das zeigt, wie Händler das Bargeld-Handling digitalisieren können und welche Vorteile sich daraus ergeben.

Lesen Sie in dem Whitepaper „Bargeld hat Zukunft“ auch folgende Themen:

  • Bargeld: Der unterschätzte Klassiker beim Einkaufen
  • Macis: Wie der Leipziger Bio-Spezialist von Cash Management mit GLORY profitiert
  • Diskret und bequem Geld abheben – wenn die Kasse zum Geldautomaten wird
  • Hygienisch Bezahlen ohne Kassendifferenzen.
  • Kassennachschau, Kassensturz und die neuen Regeln der Kassenführung – mit modernem Cash Management kein Problem
  • Bargeld und Digitalisierung sind kein Widerspruch

Gratis-Download des Whitepapers „Bargeld hat Zukunft“:

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