Deutsche Bahn eröffnet autonomen 24/7-Store, Lego mit neuem Retailtainment-Store, Best Secret will an die Börse.

von Florian Treiß am 25.Juni 2021 in News

Liebe Leserinnen & Leser,

Erst eine Limonaden-Steuer, nun auch noch ein striktes Junkfood-Werbeverbot, um Kinder besser zu schützen: Die britische Regierung kämpft gegen Fettleibigkeit, in dem sie Hersteller ungesunder Produkte starke Einschränkungen macht. Die Organisation Foodwatch fordert solche Maßnahmen auch in Deutschland, findet aber bislang nur wenig Gehör. Weitere News von Hersteller und Händler wie immer in unserem Newsletter.

Ihnen ein schönes Wochenende, Ihr Florian Treiß

Deutsche Bahn eröffnet autonomen 24/7-Store, Lidl Pay mit Sicherheitslücke, Otto schraubt am Amazon-Klon

Die Deutsche Bahn hat gestern wie angekündigt einen autonomen 24/7-Store im Bahnhof Ahrensburg eröffnet, und zwar direkt am Bahnsteig. Der Mini-Markt kommt ohne Kassenpersonal aus, ist komplett digitalisiert und rund um die Uhr geöffnet. Via App können sich Fahrgäste Zugang zum “24/7 Service Store” verschaffen, aus einem Sortiment mit über 300 Artikel wählen und neben Zeitschriften, Tabakwaren auch Snacks und Getränke einkaufen und bezahlen. Betrieben werden die Shops von einer Tochter der Schweizer Handelsgruppe Valora, die in der Schweiz unter dem Namen avec Box bereits ähnliche Mini-Shops betreibt. Perspektivisch sollen in den kommenden Jahren weitere digitale Shops an Bahnhöfen entstehen.

Das neue mobile Bezahlsystem Lidl Pay lässt sich offenbar recht leicht missbrauchen, wie nach dem Supermarktblog auch weitere Medien wie t3n berichten. Weil bei Zahlungen mit Lidl Pay das Konto nicht verifiziert wird, sind Lastschriftzahlungen nicht abgesichert. Das kann dazu führen, dass Kunden mit falschen Zahlungsdaten über die Lidl-Plus-App ihren Supermarkteinkauf zahlen können. Anbieter wie PayPal oder Payback Pay verifizieren Konten hingegen vorab mit Cent-Überweisungen, wo im Verwendungszweck ein Code steht, der anschließend zum Kontoabgleich in der Bezahl-App angegeben werden muss – eine solche Lösung muss wohl nun auch Lidl Pay einführen.

Otto schraubt weiter am Amazon-Klon. Im Rahmen des Restrukturierungsprojekts “New” will der ehemalige Versandhändler seinen Onlineshop weiter zum Marktplatz ausbauen. Neben dem eigenen Handelsgeschäft und den Verkaufsprovisionen des Marktplatzes soll Werbung Einnahmen generieren. Zweistellige Wachstumsraten will Otto mit dem hybriden Geschäftsmodell jedes Jahr erreichen. Die Nachfrage von Händlern sei “gigantisch”, sagt Otto-Manager Marc Opelt gegenüber “Horizont”.  Amazon sei als Platzhirsch nicht unangreifbar, ist Opelt sicher. Denn kein Lieferant wolle nur “von einem Anbieter abhängig sein”.

Lego mit neuem Retailtainment-Store, Best Secret will an die Börse, Bike24 feiert ruckeliges Börsendebüt

Lego eröffnet heute seinen neuen “Retailtainment” Concept Store in New York. Über zwei Etagen verteilt gibt’s auf knapp 700 Quadratmetern Verkaufsfläche eine immersive Welt aus Lego-Steinen, die einzigartige digitale und physische Erlebnisse verbinden soll. Viele der Attraktionen wurden neu entwickelt und sollen demnächst auch in anderen Lego Stores zu sehen sein. U.a. gibt es ein “Brick Lab” (oben im Bild), in dem Kunden mit ihren Lego-Bauwerken eine virtuelle Welt betreten. Ein interaktiver “Storytelling Table” erklärt erwachsenen Lego-Fans Hintergründe zu verschiedenen Lego-Sets. Und im “Personalisation Studio” können Kunden eine persönliche Erinnerung an ihren Besuch in Form eines Lego-Mosaiks oder einer Mini-Figur erstellen.

Best Secret will wohl an die Börse. Zur Finanzierung der internationalen Expansion sei “ein Börsengang im kommenden Jahr definitiv vorstellbar.” Das kündigt Jörg Rockenhäuser, Deutschland-Chef des Finanzinvestors und Mehrheitseigners Permira, in der “Süddeutschen Zeitung” an. Der Online-Shopping-Club aus Aschheim wird zu 80 Prozent von dem Finanzinvestor kontrolliert und gilt als Krisengewinner. Für 2021 rechnet das Unternehmen mit einem erneuten Plus von etwa 30 Prozent. Mittlerweile ist der Best Secret auch mit echten Läden am Frankfurter Flughafen, in München und Wien am Start. Auf Laufkundschaft ist man in den Members-Only-Boutiquen allerdings nicht eingestellt.

Bike24 feiert einen ruckeligen Börsenstart. Der Online-Fahrradzubehörhändler aus Dresden nimmt durch eine Kapitalerhöhung 100 Mio Euro ein. Weitere 222 Mio Euro fließen an die US-Beteiligungsfirma Riverside, die Mehrheitsanteilseigner ist. Einen Nachfrageboom löste das Wertpapier wohl aber nicht aus, denn der Aktienpreis lag mit 15 Euro am unteren Rand der Aktienpreisspanne. Ab heute wird die Aktie an der Börse gehandelt, der Unternehmenswert durch den Börsengang auf 662 Mio Euro taxiert. Der Eröffnungskurs an der Frankfurter Börse lag mit 15,30 Euro nur unwesentlich höher als der Ausgabepreis. Bike24 erwirtschaftet 90 Prozent seines Umsatzes mit Zubehör, nur 10 Prozent mit Fahrrädern.

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Gorillas will Arbeitsbedingungen verbessern, Emma-Matratzen wächst um 170 Prozent, Lust auf stationäres Shopping

 

Der 10-Minuten-Lieferdienst Gorillas hatte zuletzt mit Mitarbeiter-Streiks zu kämpfen. Nun will der Lebensmittel-Lieferservice die Arbeitsbedingungen verbessern. Damit sich Fahrer nicht buckelig schleppen, werden Waagen in den Lägern eingeführt. Eine Software soll schon vor dem Wiegen der Lieferung schätzen, wie schwer der Einkauf ist, und ob eine Aufteilung auf zwei Fahrten vorgenommen werden sollte. Cargo-Bikes oder Plattformen zur Entlastung hinter dem Sattel sollen das Unfallrisiko vermeiden.

Das Frankfurter Startup Emma – The Sleep Company ist im vergangenen Jahr enorm gewachsen: Der D2C-Matratzenanbieter steigerte seinen Umsatz um 170 Prozent auf 405 Millionen Euro. Dabei hatte das Unternehmen letzten Sommer noch tiefer gestapelt und nur ein Umsatzziel von 200 Millionen Euro ausgegeben. Mit dem aktuellen Umsatz ist Emma nun aber schon ungefähr so groß wie das US-Pendant Casper, zugleich liegt Emma im Home- & Living-Segment mittlerweile auf dem Niveau von Westwing.

Der stationäre Einzelhandel hat durch die Corona-Krise zwar Kunden an den Online-Handel verloren. Doch in einigen Branchen (z.B. Modehandel) wollen Verbraucher nach der Pandemie mehr denn je stationär shoppen. Über 50 Prozent der deutschen Konsumenten haben vor Corona teilweise bis vollständig offline gekauft während der Lockdowns dann aber vermehrt online. Knapp 30 Prozent wollen dieses veränderte Einkaufsverhalten auch nach der Pandemie beibehalten, geht aus einer Studie der Beratungsfirma Simon-Kucher & Partners hervor. Verbraucher bleiben aber konsumfreudig und schätzen die sofortige Verfügbarkeit und das Shopping-Erlebnis im stationären Einzelhandel.

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