Douglas wird zum Online-Händler und schließt Filialen, ING-Diba mit Cashback, IKEA kündigt Ersatzteilshop an.

von Stephan Lamprecht am 29.Januar 2021 in News

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

es ist wenig überraschend, dass der HDE, der sich für staatliche Hilfen für Galeria Karstadt Kaufhof stark gemacht hat, diese zweifelhafte Zusage auch positiv bewertet: “Wir halten es für richtig, dass ein Unternehmen, das so viel Bedeutung für unsere Innenstädte hat, jetzt unterstützt wird.” Soweit HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth in einer Mitteilung. Nun ja: Bei einer Innenstadt, deren Attraktivität nach wie vor von einer Filiale der Warenhaus-Kette abhängt, dürfte recht viel falsch gelaufen sein. Und vielleicht hat Herr Genth die Aussage im weiteren Tagesverlauf schon wieder bereut, denn da tauchten weitere Negativmeldungen zum Warenhauskonzern auf – siehe unsere News.

Herzlichst Ihr Stephan Lamprecht

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Einzelhandel in China nach Corona-Knick weiter auf Wachstumskurs.

Das statistische Büro der Volksrepublik China hat vor wenigen Tagen die neuen volkswirtschaftlichen Daten veröffentlicht. Das verfügbare Einkommen pro Kopf der Bevölkerung ist im gesamten Jahr 2020 um 4,7% im Vergleich zum Vorjahr, und preisbereinigt um 2,1% auf 32.187 Yuan (ca. 4.100 Euro) pro Kopf der Bevölkerung (Durchschnitt, ca. 1,4 Mrd. Menschen) gewachsen. Der Einzelhandel wächst wieder deutlich, konnte die Verluste aus dem Corona-Knick im Frühjahr aber übers Gesamtjahr nicht ausgleichen.
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Mögliches Verfahren gegen GKK, Douglas sieht sich als Online-Händler und dünnt Filialnetz kräftig aus

Nach verschiedenen Medienberichten soll die Staatsanwaltschaft Essen einem Anfangsverdacht nachgehen, der Galeria Karstadt Kaufhof der Insolvenzverschleppung bezichtigt. Demnach sei das Unternehmen bereits im Januar des vergangenen Jahres zahlungsunfähig gewesen, nicht erst im März. Der weitere Gang der Ereignisse ist bekannt. Die Gläubiger verzichteten auf einen Großteil der Forderungen. Der Warenhauskonzern versprach erneut, mit viel Digitalisierung jetzt endlich durchstarten zu wollen. Passiert ist wenig. Nun soll Corona für alles verantwortlich sein. Und der Bund stellt ein nachrangiges Darlehen zur Verfügung.

“Im Insolvenzfall besteht kaum eine Chance auf Rückzahlung.” Jürgen Kühling, Vorsitzender der Monopolkommission, sieht die staatliche Hilfe für GKK kritisch. Er verweist nicht nur auf das Risiko des totalen Verlustes der Kredite, sondern auch auf die Perspektiven des Hintergrunds der schleppenden Digitalisierung.

In der Bilanz von Douglas hat Corona deutliche Spuren hinterlassen. Der stark wachsende Online-Handel hat das Ergebnis aber gerettet. Die Umsätze im Onlinehandel wuchsen um 40,6 Prozent auf 822 Mio Euro. Der Umsatz in den Filialen sank dagegen im abgelaufenen Geschäftsjahr (Ende 31. September) um fast 16 Prozent auf 2,4 Mrd. Euro. Da Kosten aber vielfach weiterlaufen, musste das zwangsläufig auf den operativen Gewinn durchschlagen. Er sank um 16,7 Prozent auf 292 Mio. Euro. Wie bereits berichtet, wird Douglas sein Filialnetz ausdünnen. Rund 2.400 Geschäfte gibt es in Europa. Bis Herbst kommenden Jahres sollen rund 500 Filialen in Europa zu schließen, 60 davon in Deutschland.

Mehrweg an der Tanke, ING-Diba bringt Cashback

Ab dem 1. Februar können die Kund*innen an 900 Tankstellen von Aral ihre Getränke in nachhaltigen Pfandbechern von Recup mitnehmen. Um den Becher zu benutzen, muss eine Pfandgebühr von 1 Euro gezahlt werden. Die Rückgabe erfolgt an einer der 6.000 Ausgabestellen. Aral und Recup gehen davon aus, dass sich im Laufe des Jahres mehr als die Hälfte der 2.400 Standorte der Kette dem System anschließen werden.

Die ING Deutschland bringt nun auch in Deutschland ihre Cashback-Funktion “DealWise” an den Start. Direkt aus dem Online-Banking gelangen die Inhaber*innen eines Girokontos auf das Shopping-Portal. Bei den teilnehmenden Händlern erhalten Sie dann einen festen oder prozentualen Betrag beim Kauf erstattet. Das Geld landet direkt nach Ablauf der Rückgabefrist auf dem Girokonto. Zu den Partnern gehören u. a. About You, Otto, Tchibo, Lidl und Notebooksbilliger. Das Angebot soll ständig erweitert werden. Auch die Integration von DealWise in die App der Bank ist in Planung.

Personeller Kahlschlag bei Durstexpress, Ikea eröffnet weltweiten Store für Ersatzteile

Wenn Sie heute bei Google im Nachrichtenbereich einmal nach dem Stichwort Durstexpress suchen, finden Sie Schlagzeilen, die bundesweit von einem personellen Kahlschlag künden. Wie berichtet fusioniert die Oetker-Gruppe ihr Angebot mit dem übernommenen Unternehmen Flaschenpost. Bundesweit sollen nun bereits 2.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Kündigung erhalten haben. Teilweise können sich die Betroffenen wohl am gleichen Standort erneut bewerben, allerdings zu schlechteren finanziellen Konditionen.

Nachhaltig wird die Anschaffung von Möbeln und Geräten erst dann, wenn diese auch einfach wieder repariert werden können. Im Rahmen einer Nachhaltigkeitsinitiative, die zur längeren Nutzung der Möbel führen soll, hat Ikea einen globalen Online-Shop für Ersatzteile angekündigt. Dieser soll im Laufe des Jahres verfügbar sein. Die Idee dahinter ist nicht nur, dass die Kund*innen verlorene oder beschädigte Teile ersetzen, sondern ihren Möbel ein zweites Leben einhauchen, wenn etwa neue Beine für einen Tisch oder eine Platte erwerben.

Intersport verschiebt Zahlungsziele der Händler, erster Migros ohne Personal öffnet

Die Verbundgruppe Intersport reagiert in Österreich auf die durch Corona angespannte Situation. Teil des Maßnahmenpakets für die Mitglieder ist ein zwölfmonatiger Zahlungsaufschub für sämtliche Warenlieferungen von Winterware aus dem Lager in Wels. Bis 2022 sind für die Händler somit keine Zahlungen fällig.

Voi Cube ist der Name eines nur 18 Quadratmeter großen Containers aus dem Hause Migros. In Grenchen in der Schweiz können die Kund*innen dort 24 Stunden am Tag, auch am Sonntag und an Feiertagen, einkaufen. Dieser “Laden” ist im Kern ein begehbarer Warenautomat. Um dort einzukaufen, wird die Voi-Cube-App benötigt. Erst damit öffnen sich die Ladentüren. Gezahlt wird an Selfscanning-Kassen. Das experimentelle Format ist als Ergänzung bestehender Geschäfte gedacht. Rund 500 Artikel stehen zur Auswahl.

Hörtipp

Live Shopping geht in China schon länger durch die Decke. Und auch in Deutschland experimentieren immer mehr Händler gerade jetzt im Lockdown damit, z.B. Tchibo. Dieser Vertriebskanal bietet dem Handel die Möglichkeit der Remote Communication und des Remote Commerce, ohne die Fläche zu vernachlässigen. Wie das Ganze funktioniert und welche Musts und Voraussetzungen notwendig sind, veranschaulicht Gründer Marco Burkhardtsmayer von MuSe Content im neuen Trendakademie-Podcast.

Veranstaltungshinweise

Arena4Commerce (4.2., online) +++ 17. Deutscher Handelsimmobilien-Kongress (9.2.–10.2., online)

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