Handel im Wandel: Durch die Woche mit Catrin Soldo von of/Berlin.

von Kay Ulrike Treiß am 31.August 2016 in Fragebögen

DSC_0163„Sinnliche Eindrücke und Geschichten machen das Einkaufen zum Erlebnis“, sagt Catrin Soldo, Mitgründerin von of/Berlin. Das 2015 gegründete Startup ist die erste Plattform für Design-Accessoires und -Souvenirs aus Berlin. Neben dem Online-Shop bietet das Berliner Startup geführte Touren in die Studios lokaler Designer und Manufakturen und seit März 2016 einen permanenten Concept Store in Kreuzberg. Von Mitte Juni bis zum 9. September 2016 ist of/Berlin außerdem mit einem Popup Store im KaDeWe vertreten. In unserem Fragebogen verrät die 29-Jährige, wo sie am liebsten einkaufen geht und warum sie sich ärgert, wenn sie nicht bargeldlos zahlen kann.

Location Insider: Wie würden Sie den Handel/die momentane Situation des stationären Handels in einem Satz beschreiben?

Catrin Soldo: Es ist tatsächlich noch immer so, dass viele Händler große Scheu vor E-Commerce und alternativen Vertriebskanälen, wie beispielsweise Popup Stores, haben. Außerdem ist den meisten leider nach wie vor nicht klar, dass der Mehrwert für den Kunden eine zentrale Rolle spielen muss – sinnliche Eindrücke und Geschichten machen das Einkaufen zum Erlebnis, das bieten wir bei of/Berlin u.a. mit unseren geführten Touren oder einer „Wall of Fame“ im Store, auf der alle unsere Designer mit Bild und Story zu sehen sind.

Location Insider: Welcher Tag der vergangenen Woche war der Beste aus Händlerperspektive und warum?

Catrin Soldo: Das war der Montag, weil wir da die Info bekommen haben, dass unser Popup Store im KaDeWe um eine weitere Woche verlängert wird.

Location Insider: Worüber haben Sie sich diese Woche besonders beim Einkaufen im Laden gefreut?

Catrin Soldo: Über das kostenlose Eis bei Anna Durkes – meiner absoluten Lieblingseisdiele in Berlin.

Location Insider: Und worüber haben Sie sich geärgert?

Catrin Soldo: Dass ich beim Einkaufen von ein paar Lebensmitteln wieder nicht bargeldlos bezahlen konnte – Karte nehmen Läden häufig erst ab 10 Euro, Alternativen werden so gut wie nie angeboten.

Location Insider: Mit wem wollen Sie nie an der Kasse stehen, wenn Sie Unterwäsche kaufen? Oder kaufen Sie diese deshalb nur online?

Catrin Soldo: Aus Zeitgründen kaufe ich momentan fast ausschließlich online. Das hat aber wirklich nichts damit zu tun, dass ich Angst habe beim Unterwäsche-Kauf erwischt zu werden.

Location Insider: Tante Emma oder Supermarkt?

Catrin Soldo: Ganz klar beides! Tante Emma ist gleich gegenüber, dafür hat der Supermarkt ne größere Auswahl. Dazu bitte noch einen schönen Wochenmarkt, wie den Türkenmarkt am Maybachufer und ich bin zufrieden!

Location Insider: Welche Schlagzeile wollen Sie auf keinen Fall über sich im „Handelsblatt“ lesen?

Catrin Soldo: Zunächst würde ich gern mal ins Handelsblatt kommen. Nicht lesen möchte ich: of/Berlin verkauft jetzt auch Ampelmännchen.

Location Insider: Nehmen wir an, Sie hätten einen Wunsch frei: Wie sähe der stationäre Handel in fünf Jahren aus, wenn sie es sich aussuchen könnten?

Catrin Soldo: In fünf Jahren hat es der stationäre Handel hoffentlich geschafft weg zu kommen vom klassischen Denken in Kategorien, und sich stärker zu spannenden Concept Stores hin entwickelt, wo ich immer wieder auf’s Neue überrascht werde. Beim Einkauf möchte ich dann von jemandem beraten werden, der kompetent ist, hinter den Produkten steht und weiß, wo sie herkommen. Am Ende habe ich die Möglichkeit bargeldlos zu bezahlen, am liebsten mit Paypal und kann mir außerdem noch aussuchen, ob ich das Produkt gleich mitnehme, oder via Same Day Delivery ganz einfach zu mir nach Hause bringen lasse.

Lesen Sie auch die vorherigen Fragebögen unserer Serie “Durch die Woche mit…”:


Artikel teilen




Abonnieren Sie den kostenlosen Newsletter von Location Insider. Wir liefern darin täglich gegen 11 Uhr business-relevante Hintergründe zur Digitalisierung des Handels.